Sonntag, 3. Februar 2013

Haben wir einen Fachkräftemangel?

Immer wieder kommen Meldungen zu einem Fachkräftemangel in Deutschland. Gleichzeitig kommen Beschwerden über eine sinkende Geburtenrate und über eine hohe Arbeitslosigkeit. Wie passt dies alles zusammen?

Gibt es also einen Fachkräftemangel?
Jein. Einen generellen Fachkräftemangel gibt es in Deutschland nicht. Es studieren so viele Menschen wie nie zuvor und fast alle anderen schließen eine Berufsausbildung ab. Die Arbeitslosigkeit unter Fachkräften ist bundesweit betrachtet allerdings auch recht gering. Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung haben nur einzelne Unternehmen. Es sind oftmals hoch spezialisierte Unternehmen die ein sehr ungewöhnliches Anforderungsprofil haben. So werden derzeit händeringend Ingenieure/Maschinenbauer mit Erfahrung im Windenergiesektor gesucht. In solch engen Berufsfeldern entstehen schon immer schnell Engpässe. Insgesamt arbeiten in solchen Bereichen recht überschaubare Personengruppen - kommt es dann zu einem Branchenwachstum gehen sehr schnell die Arbeitsuchenden aus. Umgedreht kann es die Bewerber jedoch genauso treffen. Lange Zeit hat die Solarbranche dringend nach Fachkräften gesucht - jetzt ist sie stark am Schrumpfen und der Arbeitsmarkt ist mehr als gesättigt. Ebenfalls Probleme können durch einen regionalen Bezug entstehen. So gibt es in Deutschland ganze Landkreise die ihre freien Stellen nicht besetzen können. Im Süden Deutschlands gibt es Landkreis mit rund 1% Arbeitslosigkeit in der Bevölkerung, während in anderen Kreisen Deutschlands Arbeitslosenquoten von über 20% existieren. Das verbliebene Prozent in den bayrischen Kreisen wird aus nicht vermittelbaren Arbeitslosen bestehen. Selbst Hilfsarbeiter sind dort kaum zu bekommen. Von Akademikern wird eine hohe Mobilität erwartet - allerdings wollen auch diese oft nicht in den ländlichen Raum in dem sie im Zweifel keine neue Stelle mehr finden würden. Diese Probleme können Arbeitgeber durch attraktive Jobangebote ausgleichen. Schwerer wiegt das Problem bei Arbeitskräften mit einer Berufsausbildung. Die Bereitschaft 300km weit für einen neuen Job umzuziehen ist nur bei den Wenigsten gegeben.

Was ist mit dem demographischen Wandel?
Dieser existiert zweifelsfrei und wird in Zukunft unsere Arbeitswelt verändern. Es wird voraussichtlich nicht weniger Akademiker geben als zuvor, da der Anteil eines Jahrgangs mit Studienabschluss immer weiter steigt. Eher wird es Probleme geben Facharbeit und Hilfskräfte zu bekommen. Schon heute nimmt dort die Anzahl qualifizierter Bewerber immer weiter ab. Ein bedeutender Teil eines Jahrgangs (5-10%) ist nur sehr schlecht gebildet - diese müsste man in Zukunft mehr fördern. Die sinkende Bevölkerungsgröße wird sich jedoch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Sollten tatsächlich Personalengpässe bei den Unternehmen entstehen haben wir jede Menge interessierte Arbeiter aus dem Ausland die sich über einen Arbeitsplatz freuen würden. Spanien hat heute eine Jugendarbeitslosigkeit von 50%. Andere Südländer stehen kaum besser da. Bei einer Aussicht auf eine Festanstellung wären viele sicher bereit in Deutschland zu arbeiten. Und so leisten wir einen Beitrag zur Verringerung der Arbeitslosigkeit in Europa und der weltweiten Überbevölkerung.

Sonntag, 27. Januar 2013

Fleischssteuer

 Derzeit wird in Schweden eine Zusatzsteuer auf Fleisch diskutiert. Man wolle durch einen höheren Preis für Fleisch einen geringen Konsum erreichen und so die Umwelt schützen.

http://www.taz.de/!109794/

Ich sehe die Steuer kritisch. Letztendlich würde sie nur der Aufbesserung des Staatshaushalts dienen und der Umweltschutz würde in den Hintergrund rücken. Die Idee hinter der Steuer ist jedoch gar nicht schlecht.
Wieso verschärft man nicht einfach die Richtlinien für die Tiermast? Also mehr Platz, bessere Nahrung und weniger Medikamente für die Tiere. Als Resultat würden die Preise ebenfalls steigen. Von diesem System hätten jedoch alle etwas:

Die Bauern könnten so bessere Bedingungen einführen und würden trotzdem ihr Fleisch verkauft bekommen.

Die Bürger würden für die hohen Preise auch besseres Fleisch erhalten. Sie leben also sogar etwas gesünder und mit besseren Gewissen. Der Fleischkonsum würde zusätzlich sinken.

Die Umwelt würde ebenfalls davon profitieren. Den Tieren ginge es besser; die Emissionen würden sinken und auch der Flächenverbrauch für die Tiermast würde sinken. So ganz nebenbei kann man dann auf diesen Flächen Lebensmittel für hungernde Teile der Bevölkerung anbauen.

Freitag, 25. Januar 2013

Bin ich auch einer von den Bösen?

Diese Tage komme ich mir als Mann als Täter vor während ich mir eigentlich keiner Schuld bewusst bin.

Als Grundlage dient die Diskussion um Alltags-Sexismus die derzeit durch die Medien und insbesondere Twitter (#Aufschrei) geht.
Es wird viel über zahlreiche Vorfälle berichtet. Einige von denen sind völlig klar... da ekelt es mich schon beim Lesen. Also beliebige Frauen einfach anzufassen oder eindeutige "Einladungen" auszusprechen.  Ich denke über die Verwerflichkeit braucht niemand zu streiten.

Nur kommen auch immer mehr niedrigschwelligere Beispiele in die Diskussion die mich irritieren. Da wird von bloßen Blicken aufs Dekolleté gesprochen. Genauso werden anzügliche Witze sowie zweideutige Bemerkungen in die Diskussion gebracht. Gleiches gilt für das Ansprechen einer Frau oder lediglich ein "Hallo" im Vorbeigehen.

Das sind alles Dinge die fast alle Männer mehr oder weniger häufig von sich geben. Auch ich kann man mich da überhaupt nicht ausnehmen. Gerade lerne ich jedoch, dass das sexuelle Belästigung ist wogegen Frau unbedingt vorgehen solle. Für mich ist das erschütternd, da ich mit meinem Verhalten niemanden verletzen möchte. Nur mache ich das wirklich?

Da stellt sich also die Frage: Muss man das hinnehmen oder ist das bereits "schlimm"?

Bislang sah ich das nicht eng. Von den Frauen in meinem Umfeld bin ich erheblich unbekümmertere Bemerkungen gewöhnt als ich mich jemals trauen würde sie zu äußern. Da wird völlig frei sich darüber ausgetauscht, dass man die ganze Vorlesung hinweg den Blick von der sehr engen Hose des Dozenten nicht habe abwenden können. Die Männer in meinem Umfeld würden niemals offen darüber reden, dass man eigentlich nichts anderes gemacht habe als eine Mitstudentin zu begaffen.
Auch bei den Bemerkungen nehmen sich viele Frauen nichts mit den Männern. Durch zweideutige Anmerkungen habe ich mich allerdings auch nie verletzt gefühlt.
Daher sah ich mein eigenes Verhalten in der Vergangenheit nicht so eng.

In der Öffentlichkeit werden Frauen derzeit als komplett asexuelle Wesen dargestellt die nichts anderes tun als vor übergriffigen Männern zu fliehen.

Ist das wirklich so? Bin auch ich eine Bedrohung?

Montag, 7. Januar 2013

Warum rosa Puppen gar nicht schlimm sind.

Immer wieder ließt man von großen Empörungen weil ein weiteres Unternehmen Kinderspielzeug ganz in rosa oder pink mit viel Glitzer auf den Markt gebracht hat. Das würde die Emanzipation der Frau zurück werfen und sei sexistisch.

Ist es alles nicht. Nur weil man etwas produziert was nachgefragt wird, ist das noch lange nicht böse. Viel wichtiger ist allerdings der absolut fehlende negative Effekt auf die Entwicklung des Kindes. Wenn ein kleines Mädchen gerne mit rosa Puppen spielt sagt das rein gar nichts über die spätere Entwicklung des Kindes voraus. Ein Mann der früher mit Barbies spielte ist heute auch nicht femininer als seine restlichen Geschlechtsgenossen.

Was macht dann also den Unterschied aus? Die gelebte Erziehung. Wichtiger als "politisch korrektes Spielzeug" ist der Umgang der Eltern mit dem Kind. Wenn man einem Mädchen sagt mit Autos spielen sei "unweiblich" und sie solle das nicht tun, wird damit die Entwicklung des Kindes in eine Richtung gedrängt die wir alle nicht wollen. Rollenklischees werden gefestigt und viel schlimmer - dem Kind wird die Entscheidung genommen die Fantasien auszuleben die es hat.
Wenn man dies jedoch umdreht wird es nicht besser. Nimmt man einem Mädchen die rosa Puppe ab und gibt ihr Autos ist das exakt genauso schädlich. Man nimmt dem Kind die Freiheit das zu spielen was es will. Die tausend - völlig geschlechtsneutrale - Rollen in die ein Kind während eines Spiels schlüpfen kann werden so dezimiert.

Es ist aus entwicklungspsychologischer Sicht auch völlig normal, dass Kinder alles ausprobieren. In den ersten Lebensjahren wird völlig vorurteilsfrei alles probiert - es sei denn die Eltern grenzen es aufgrund irgendeiner Ideologie ein. Spätestens ab der Einschulung orientiert man sich an den eigenen Freunden. Also in der Regel gleichen Geschlechts und mit einem mal haben alle die gleichen Interessen. Auch das ist normal, denn Kinder müssen/wollen heraus finden "wohin" sie gehören. Großer Raum für Individualität existiert da nicht. Am schlimmsten ist dann sowieso die Pubertät in den Mädchen probieren wie weit man mit Reizen kommt, während sich Jungen in Machoverhalten üben. Die eigenen Grenzen müssen nunmal auch gefunden werden.

Was können die Eltern tun um ihre Kinder trotzdem zu rücksichtsvollen und fairen Menschen zu erziehen, wenn das Verbot von rosa Puppen kontraproduktiv ist? Ihnen diese Ideale vorleben. Es ist falsch zu Versuchen die Kinder zu dem zu machen wie man die Welt gerne hätte - das ist in vielen Fällen grausame Folter für das Kind. Stattdessen sollte man jeden Tag Dinge vorleben. Man kann keinen vorurteilsfreien Menschen erwarten wenn man sie selbst täglich vorlebt. Und wie soll aus dem die Managerin werden, wenn die Mutter freiwillig Hausfrau ist um den Tag im Cafe zu verbringen und auf das Kind aufzupassen?

Das wichtigste bleibt jedoch immer: Lasst Kinder, Kinder sein.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Abschaum-Viertel in Holland

Basierend auf dieser Meldung:
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/netherlands/9719247/Amsterdam-to-create-scum-villages.html

Und auch als Kopie in auf deutsch bei Stern.de

Mir blieb gerade der Atem weg. Die Niederlande wollen jetzt also Ghettos bauen. Billigwohnungen aus Schiffscontainern (wie auf Baustellen) sollen dabei zu Wohnblocks vereint werden. Darin wohnt dann der "Abschaum" und wird rund um die Uhr polizeilich überwacht.
Der Umzug dahin wäre natürlich nicht freiwillig - man hat dann die Wahl zwischen Ghetto oder Obdachlosigkeit. Abschaum sollen wohl in erster Linie Kleinkriminelle sein. Bietet natürlich auch Möglichkeiten sich anderer Bevölkerungsgruppen zu entledigen. Ethnische Minderheiten oder die Opposition bietet sich dazu an. Selbst ungeliebte Nachbarn wird man damit schnell los. Ein paar Beschwerden und schon geht es ins Ghetto.

 Zur Erinnerung, wir sprechen hier nicht von Myanmar oder Nordkorea, sondern von den Niederlanden. Unsere Nachbarn. Die dann bereitwillig die Menschenrechte und Gesellschafts-Ethik mit den Füßen treten.
Das Projekt ist keineswegs ein Gedankenspiel von bekloppten Rechtsextremisten, sondern bereits in der Planungsphase.

Donnerstag, 8. November 2012

Warum der Mindestlohn sein muss

Immer wieder gibt es Debatten zum Thema Mindestlohn. Wie hoch muss er sein? Schadet er nicht mehr als er nutzt? Gibt es dadurch gar mehr Arbeitslose?

Brauchen wir einen Mindestlohn?
Ja! In vielen Branchen werden die Löhne systematisch gedrückt. Durch diese Lohndrückerei gibt es viele Tausend Aufstocker - wir finanzieren durch unsere Sozialabgaben also die Niedriglöhne in ganzen Branchen. Viele Arbeitgeber würden gerne mehr zahlen, der Konkurrenzdruck lässt dies jedoch nicht zu. Würde nur ein Anbieter die Löhne erhöhen, würde er preislich über der Konkurrenz liegen und so viele Aufträge verlieren. Natürlich kann man diese Effekte durch Tariflöhne abbremsen, aber gerade im Niedriglohnbereich sind Tariflöhne die Ausnahme - zu breit ist das Berufsspektrum.

Welche Höhe sollte er haben?
Je nach Institution werden Mindestlöhne zwischen 7€ und 15€ gefordert. Generell sind hohe Mindestlöhne zwar löblich, allerdings sind sie realitätsfremd. Mit einem Mindestlohn von 15€ würde fast jeder Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung bekommen - denn wenn 15€ Mindestlohn ist, arbeitet kaum noch jemand mit Berufsausbildung oder Studium freiwillig für weniger als 20€ die Stunde. Das Resultat wäre eine wahre Preisexplosion in vielen Bereichen. Die Konsequenzen für die Wirtschaft wären unabsehbar.
7€ hingegen wäre sehr niedrig. Kaum ein Arbeitnehmer würde dadurch erfasst werden.
Mein Vorschlag liegt bei 8€ pro Stunde. Das wären 1200-1280€ brutto im Monat für eine Vollzeitbeschäftigung. Das reicht gerade so zum Leben für einen Single. Das ist zwar wenig würde dennoch schon viele Branchen treffen. Die Leute die derzeit weniger verdienen - aber auch die die bislang kaum höhere Gehälter bekamen sind in einer besseren Verhandlungsposition. Durch diesen gemäßigten Mindeslohn hätten Unternehmen etwas Zeit ihre Kostenkalkulationen anzupassen. Genauso könntem man für die folgenden Jahre beobachten wie sehr die Lebenshaltungskosten durch den Mindestlohn steigen. Nach einigen Jahren Beobachtungszeit (ca. 5 Jahre) sollte man den Mindestlohn auf 9€ erhöhen.


Ist es nicht besser den Mindestlohn regional festzulegen?
Nein. Der bürokratische Aufwand wäre enorm und die Transparenz würde deutlich leiden. Einige Leute würden durch eine strategisch günstige Standortwahl die Löhne wieder drücken. Außerdem würden so Bewohner strukturschwacher Regionen für die schlechte Infrastruktur entschädigt.

Der Mindestlohn schafft Arbeitslosigkeit!
Auch das stimmt für die meisten Branchen nicht. Das Argument der dadurch steigenden Automatisierung kommt für viele Branchen nicht in Frage. In der Industrie gibt es kaum Niedriglöhner - die meisten sind Dienstleister. Paketfahrer oder Frisöre lassen sich nicht durch Maschinen ersetzen. Gleiches gilt für das Argument der Abwanderung ins Ausland. Der Frisör wird vor Ort gebraucht und kann nicht abwandern.
Da die Arbeit in aller regel auch weiterhin erledigt werden muss, wird sich nicht viel ändern. In einigen Betrieben wird sich die Mitarbeiterstruktur jedoch ändern. Ein Großteil der Niedriglöhner haben - entgegen der landläufigen Meinung - hat gar keine Vollzeitbeschäftigung sondern nur einen Minijob. So arbeiten viele Frisöre für 400€ im Monat und das 60-70 Stunden im Monat. Dadurch wird der Kündigungsschutz umgangen und die unternehmerische Flexibilität ausgebaut. Nicht zuletzt spart man bei den Sozialabgaben. Nur dadurch werden dann auch die Löhne von stellenweise nur 6€ pro Stunde für das Personal erträglich. Durch einen Mindestlohn von 8€ wären jedoch nur noch maximal 50 Stunden im Zuge eines Minijobs möglich. So müssten entweder mehr Minjobber beschäftigt werden - oder mehr Festangestellte in den Betrieb übernommen werden. Der Arbeitsmarkt würde sich also eher verbessern.

Es spircht also nichts gegen eine baldige Einführung eines Mindestlohn!

Sonntag, 21. Oktober 2012

Plädoyer für den Fahrscheinlosen ÖPNV

In Anbetracht eines fairen ÖPNV schlage ich den fahrscheinlosen ÖPNV vor. Fahrscheinlos bedeutet keineswegs kostenfrei.
Wie in vielen anderen Solidarsystemen zahlt einfach jeder Bürger eine bestimmte monatliche Summe ein. Bereits mit 30-40€ pro Bürger im Monat ließe sich viel erreichen. So könnte dann jeder Bürger ohne weitere Tickets Bus&Bahn fahren.

Die Vorteile dabei liegen auf der Hand. Zum einen wird so auch einkommensschwachen Bürgern das Bahnfahren ermöglicht und zum anderen steigt die Bereitschaft das Auto stehen zu lassen. Während man derzeit noch extra eine Fahrkarte erwerben müsste und so eher das bereitstehende Auto nimmt, würden so viele Bürger eher Bus und Bahn nutzen. Der Umwelt käme es zu Gute und die Städte würden entlastet werden.

Einziger zu beachtender Punkt: Zunächst sollte man dieses Konzept im städtischen Raum anweden. Bei Erfolg wäre eine bundesweite Lösung denkbar. In diesem Fall müsste man den Fernverkehr subventionieren, da dieser sonst aufgrund der hohen Mehrkosten gegenüber dem Regionalverkehr nicht mehr genutzt werden würde.

Mittwoch, 12. September 2012

Geburtenproblematik bei Akademikern

Gerade wird wieder die Geburtenproblematik diskutiert. Gerade Akademiker bekommen erst sehr spät und dann nur wenige Kinder. Gerade bei ihnen wären Kinder jedoch erwünscht.

Wo liegt das Problem? Beim fehlenden Zeitpunkt.

Wenn man sich den üblichen Werdegang anschaut bei einem Studienbeginn mit 21 und einer Studiendauer von ca. 7 Jahren sowie anschließenden Praktika und der Sammlung von ein paar Jahren Berufserfahrung anschaut sieht man oft die erste Schwangerschaft zwischen 32 und 35.  Biologisch ist das suboptimal. Beim ersten Kind mag das noch gut gehen - aber für weitere wird es schnell eng. Da verlassen die Kinder stellenweise das Elternhaus erst zum Renteneintritt der Eltern.

Dahinter steht der Wunsch für die Kinder Zeit und Geld zu haben. Genau das fehlt vielen Studenten. Die meisten Studenten sind sowieso klamm bei Kasse und da noch ein Kind mitfinanzieren? Auch die Zeit ist ein Problem. Es gibt zwar einige Familienfreundliche Studienplätze die durch geringe Anwesenheitspflichten eine hohe Flexibilität für die Eltern ermöglichen. Genug andere Studiengänge sind jedoch absolut familienuntauglich. Wer von 8-18Uhr Anwesenheitspflicht hat und danach noch lernen muss, kann unmöglich ein Kind versorgen.

Lösungen? Keine. Zwar kann man die Kinderbetreuung verbessern und die Förderungen erhöhen. Genauso sollte man vermitteln, dass es im Beruf noch viel schwerer ist Kinder zu bekommen - während sie nach einer Geburt im Studium zum Berufseintritt bereits aus dem Gröbsten raus sind.

Ein ganz anderer Faktor der interessant ist: Durch Bologna und G8 verschiebt sich das Alterspektrum. So sind viele zum Studienbeginn nur 18 Jahre alt und brauchen für einen Bachelor stellenweise nur 3 Jahre. Selbst mit Praktika und etwas Berufserfahrung kann man so immer noch Kinder mit mitte 20 bekommen.

Samstag, 24. Dezember 2011

JA zum Mittelmaß

Ich möchte mich hiermit für das Mittelmaß aussprechen. Das klingt nach Langeweile... Reihenhaus mit Gartenzwergen. Ist es aber nicht.

In den vergangenen Jahren hat sich ein Elitedenken eingeschlichen. Jeder will zu der Spitzengruppe gehören - was natürlich unmöglich ist. Die Konsequenz? Jedes Kind soll aufs Gymnasium. Die Vorstellung einen mittleren oder sogar niedrigen Schulabschluss zu haben ist unerträglich. Autohersteller werben erfolgreich mit den Begriffen "Edel" und "Premium". Väter sprechen bei dem spießigen Familienauto über die hohe Materialanmutung und die großzügige Softlackverwendung. Man zeigt, dass man nicht zur breiten Maße gehören will. Beim Kind wird darauf geachtet einen Job mit guten Karrierechancen anzustreben. Das eigene Kind wird sicherlich mal ganz oben stehen - denn es ist selbstverständlich hochbegabt. An der Uni eifert man der USA nach. Man möchte Elite-Universitäten und startet die Exzellenzinitiative. Da werden einzelne Unis mit einem Geldregen bedacht, damit sie zwischen den anderen Unis hervorstechen.

Bekennt sich ein Einzelhändler wie Schlecker dazu eher die einfachen Leute anzusprechen, ist man empört. Wieso? Muss man die Oberschicht ansprechen? Dürfen die Bedürfnisse der breiten Masse nicht bedient werden?

Brauchen wir das wirklich? Ist es immer eine Spitzengruppe die die Welt voranbringt? Natürlich nicht. Man braucht eine breite Masse an gut gebildeten Menschen und keine Trennung zwischen Versagern und der Elite. Eine große Masse an qualfizierten Menschen kann viel mehr schaffen. Die finanzielle Abhängigkeit vom Elternhaus entfällt. Ganze Forschungs- und Führungsgruppen werden besser. Der Fortschritt kommt aus der Masse und nicht von einzelnen Personen.

Lebt es sich nicht viel leichter wenn man akzeptiert was man ist? Ein ganz normaler Bürger. Es ist normal sich Dinge nicht leisten zu können. Man muss auch nicht alles haben, was die Oberschicht hat. Man kann viel zufriedener Leben wenn man das nutzt was man hat und nicht danach strebt, was man nie haben wird.

Der Durchschnitt ist das Maß der Dinge!



Sonntag, 9. August 2009

Was passiert jetzt mit der SPD?

Gerade habe ich in den Nachrichten des Hessischen Rundfunks gehört, dass die vier Abweichler, die die Wahl Ypsilantis zur Ministerpräsidentin verhindert haben, eine neue sozialliberale Partei gründen werden. Nach den Angaben des HR soll auch Ex-Wirtschaftsminister Clement (ehemals SPD) für diese neue Partei gewonnen werden, dieser lehnt jedoch ab. Ebenfalls wird um enttäuschte CDU-Mitglieder geworben.
Clement hatte im Vorfeld der Landtagswahl in Hessen dazu aufgerufen, nicht die SPD zu wählen, da er die klimapolitischen Ambitionen Ypsilantis für überzogen und unrealistisch hält. Dabei ist zu bedenken, dass Clement seit 2006 Mitglied im Aufsichtsrat des RWE sitzt und somit ein Vertreter der Kohle- und Atomlobby ist.
Aufgrund seines Aufrufes entschied die Landesschiedkommission der SPD in NRW Clement aus seiner Partei auszuschließen. Dagegen klagte er erfolgreich vor der Bundesschiedskommission, diese erteilte ihm jedoch eine Rüge. Clement trat daufhin aus der SPD aus.

Was geschieht nun mit der SPD? Inwiefern wird diese neue sozialliberale Partei dem rechten Flügel der SPD Mitglieder abgraben und die Partei weiter zersplittern? Wie wird der Wähler gerade vor dem Hintergrund der im September stattfindenden Bundestagswahlen reagieren? Die neue Partei wird sicherlich noch nicht antreten dürfen, aber für Unruhe und Zersplitterung im Wählerlager wird dieses Thema gewiss sorgen.

Schauen wir mal in die Zukunft: Wenn es diese "rechten Sozialdemokraten" schaffen sich zu etablieren, was passiert dann mit dem linken Flügel? Ist dann die SPD als Partei zerstört?
Als diese harten Flügelkämpfe innerhalb der SPD vor den hessischen Landtagswahlen stattgefunden haben, dachte ich spaßeshalber, dass die Seeheimer, also die eher Konservatien, der CDU beitreten könnten und der linke Flügel der Linkspartei, da eine Versöhnung der beiden Stömungen nicht in Aussicht stand. Was ist, wenn diese neuesten Geschehnisse tatsächlich darauf hinarbeiten? Ich kann eine starke Linke nur befürworten, aber was die Wählerschaft von den total zerütteten Verhältnissen in der Sozialdemokratie halten wird, ist eine andere Frage. Ich hoffe, dass sie sich nicht der "bürgerlichen" Parteien zuwendet, denn das wäre eine Schande sowohl für die linke Strömung in der SPD als auch für die Linkspartei.