Montag, 20. April 2015

Energiewende ist auch im kleinen machbar!

Die bayrische Regierung lehnt große Stromtrassen von der Nordsee und brandenburgischen Kohlekraftwerken in die süddeutsche Provinz ab. Was zunächst kleingeistig klingt, erscheint aber als gute Idee.

Mit den neuen Stromtrassen und den riesigen Offshore-Windparks versucht man Energiepolitik der 1950er Jahre auf das 21. Jahrhundert zu übertragen.

Genau das ist aber ein Fehler. Bei Kraftwerken ist es sinnvoll vereinzelt sehr große Anlagen zu bauen. Das ist effizienter und deutlich günstiger. Bei erneuerbaren Energien ist es nur bedingt sinnvoll Großprojekte zu starten. So ist die Offshore-Stromerzeugung weit teurer als Windenergie vom Festland und auch teurer als Kohlestrom. Die Abhängigkeit von Großanlagen macht das Energiesystem sehr ausfallempfindlich. Profiteure davon sind Großkonzerne die solche Projekte realisieren können.

Sinnvoller ist es die Energie zu erzeugen wo man sie braucht. Kleine Windparks in der Region können bereits große Teile des kommunalen Energiebedarfs decken. Arbeitsplätze entstehen dann auch in der Region und die Wertschöpfung kann bei den lokalen Grundversorgern verbleiben. Da Windkraft allein nicht versorgungssicher genug ist, braucht es weitere Bestandteile der Energieversorgung. Dazu zählt die Photovoltaik und die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Erstere kann als Park gebaut werden oder auf vielen Dächern jeder Stadt.
KWK sind in verschiedenen Größen realisierbar. Als Anlage die ein ganzes Wohngebiet mit Strom und Wärme versorgen kann, genauso wie viele kleine Anlagen die in einzelnen Gebäuden stehen.
Zusätzlich sind Speichermöglichkeiten hilfreich.


So würde Windenergie in der Region erzeugt werden. Strom kommt tagsüber großteils durch Photvoltaik. Sollte der Energiebedarf daraus nicht gedeckt werden, kann durch eine zentrale Steuerung mehr Strom aus den KWK in Sekundenschnelle abgerufen werden.


Allerdings erfordert dies eine staatliche Hilfe. So wird Sonnenstrom aus der heimischen Photovolatikanlage kaum noch gefördert. Während man 25ct/kwh als Kunde im Einkauf zahlt, bekommt man für die Einspeisung derzeit lediglich 12ct/kwh. Eine Energiewende sieht anders aus. Allerdings werden derzeit Speicherbatterien attraktiver. So kann der gewonnene Strom zunächst selbst verbraucht werden. Das Haus selbst wird deutlich autonomer. In Zukunft wären dafür unter Umständen auch Akkus von Elektroautos denkbar. Eine staatliche Förderung für Photovoltaik- und SPeichersysteme im Sinne einer Kaufprämie wäre zielführend und immer noch günstiger als die Subvention für Kohlestrom.

Nicht zuletzt bedarf es aber auch etwas Zwang. Die Energiewende als solches ist schön und gut. Leichter wird sie wenn der Energieverbrauch begrenzt wird. Hier ist es Aufgabe der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik strengere Auflagen für den Hausbau zu stellen. Zwar werden regelmäßig die Bauvorschriften verschärft, sind zu jedem Zeitpunkt allerdings sehr zurückhaltend. Um eine Isolierung eines Neubaus kommt heute kein Bauherr rum, allerdings ist auch nicht viel mehr nötig. Die KFW fördert Häuser die nur 70% des erlaubten Energiebedarfs zeigen. Dies sollte keine Fördergrenze sein, sondern verpflichtend umgesetzt werden! Genauso können einzelne Länder und erst recht Kommunen strengere Auflagen festlegen. Eine wohlhabendere Stadt könnte für ein Neubaugebiet durchaus den Passivhausstandard vorschreiben. Genutzt wird es bislang selten. Stattdessen reguliert man lieber die Dachfarbe...

Keine Kommentare: