Dienstag, 17. März 2015

Vermögenssteuer

Bezugnehmend auf diesen Artikel Zeit Artikel zur Vermögenssteuer möchte ich meine Gedanken dazu äußern. Der Autor fordert eine Vermögenssteuer und errechnet sich viele Milliarden (bis zu 10Mrd€ jährlich) bei einer Besteuerung von Vermögen über 1Mio Euro mit einem Prozent jährlich.


Diese Idee ist nur auf dem ersten Blick logisch. Dem Vorschlag liegt die Annahme, das Vermögen läge in Form von Geld auf dem Konto, zugrunde.
Tatsächlich handelt es sich dabei um das Gesamtvermögen. Das enthält neben dem Geld auch Dinge wie das Eigenheim und insbesondere Firmenvermögen. Ein Vermögen jenseits einer Million hat also jeder Familienunternehmer mit einer gar nicht so großen Firma. Man bedenke einfach mal was ein Fabrikgelände mit ein paar Maschinen wert ist. Da ist die Million in jedem produzierendem Betrieb sofort überschritten.
Auch die Forderung "kleine und mittlere Betriebe" auszunehmen klingt nur anfangs logisch. Ein Großbetrieb ist in Europa ein Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten. An der Stelle sollte man bedenken, dass viele als mittelständisch wahrgenommene Betriebe für gewöhnlich mehr Angestellte haben. Selbst eine einzige Baumarktfiliale kann über 400 Beschäftigte haben.

Den Besitz einer gar nicht so großen Firma möchte man so besteuern, weil es sich dabei natürlich um Vermögen handelt. In meinen Augen der falsche Weg. Deutschland lebt von vielen mittelständischen Unternehmen, die auch alle Steuern zahlen. Das zusätzlich zu besteuern erscheint da nicht sinnvoll. Die Familienunternehmen sind die, die Deutschland seit 200 Jahren stark machen.


Generell ist es eine Frage des Ziels. Gerechtigkeit sollte man immer herstellen indem man Benachteiligten hilft und nicht den "Gewinnern" schadet. Gerechter wird es dadurch nur auf dem Papier. Oder einfach gesagt: Wenn alle nichts haben ist das vielleicht gerecht, aber nicht erstrebenswert.
Will man eine solidere Staatsfinanzierung haben, führt nichts an zusätzlichen Steuern vorbei. Hier ist das Vermögen sogar genau der richtige Weg. Einkommenssteuer benachteiligt systembedingt die, die für ihr Geld etwas leisten. Vermögen erhält man im Zweifel ohne Eigenleistung. Das ist weder gerecht, noch ist es ein Zustand der übermäßigen staatlichen Schutz bedarf.

Wenn man am vermögen teilhaben möchte, kann die Antwort nur die Erbschaftssteuer sein. Für ein Erbe hat der Erbende für gewöhnlich nichts geleistet außer verwandt zu sein. Hier sollte sich der Staat beteiligen. Eine moderate Erbschaftssteuer ohne große Freibeträge wäre optimal. Die kann jeder Zahlen und würde mangels Ausnahmen auch sehr gerecht wirken. Bei lediglich 10% auf jedes Erbe über 100.000€ würde der Staat schlagartig viele Milliarden einnehmen. Das würde für Unternehmensübernahmen genauso gelten wie für Privatvermögen. Alle würden belastet, aber niemand übermäßig. Es gibt aber einen simplen Grund warum dies bislang fast nie gefordert wird: Man würde dann merken wie das Vermögen wirklich verteilt ist. Sicher gibt es ein paar Milliardäre mit Großkonzernen, aber viel Vermögen hat sich in ganz normalen bürgerlichen Familien angesammelt. Bereits heute kann man problemlos ein großes Einfamilienhaus und ein kleines Mehrfamilienhaus besitzen und letzteres auch vermieten. Steuer müsste dafür nach heutigem Erbrecht nicht gezahlt werden. Auch das trägt nicht zur Chancengleichheit bei. Auch hier: 10% könnte jeder Erbe zahlen. Nur sind Wählerstimmen in Gefahr wenn eine Besteuerung geschenkten Vermögens die vermeintlich armen Wähler treffen könnte.


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