Freitag, 23. August 2013

Die Minijobfalle

Grundlage: http://www.zeit.de/2013/34/arbeitsmarkt-minijobs-altersarmut Es wird gerade wieder berichtet jeder dritte Deutsche hätte eine Teilzeitarbeitsstelle. Insgesamt sieben Millionen Minijobber gäbe es und und 2,66 Millionen von denen kombinieren einen Minijob mit einer anderen Arbeitsstelle. Ist das schlimm? Nur teilweise. Die generell hohe Teilzeitquote ist der steigenden Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kindern geschuldet. Hier besteht oft der Wunsch nach einer Beschäftigung um finanziell unabhängig zu bleiben und sich die berufliche Qualifikation zu erhalten (wer will jemanden nach 10 Jahren Pause haben?). In wie vielen Fällen ökonomische Zwänge dahinter stehen ist unklar. Genauso ist die Teilzeitbeschäftigung oft gewünscht da gerade Frauen ihre Kinder beim Aufwachsen begleiten wollen und sie nicht nur von der Kita abholen und ins Bett bringen wollen. Das Problem liegt eher in den Minijobs. Aufgrund der fehlenden Sozialversicherung erscheinen sie für Arbeitnehmer sehr attraktiv. Arbeitgeber sparen dadurch zwar wenig gegenüber dem Midijob (451-850€) haben aber auch deutlich weniger Aufwand in der Abrechnung. Und genau hier liegt die Falle. Ein Minijob ist zunächst attraktiv - aber sehr schwer wieder zu verlassen. Der Lohn kann niedrig sein (Brutto=netto) und der Arbeitgeber trägt kaum Verantwortung. Ein Wechsel in ein umfangreicheres Beschäftigungsverhältnis (Midijob oder mehr) erfolgt zu selten. So werden eher mehrere Minijobs angenommen als eine Vollzeitstelle zu nehmen. Der Staat verliert auch hier viel Geld weil sich so vor Steuerausgaben gedrückt wird. Sinnvoller wäre eine Ersetzung des Minjobs durch den Midijob und die Einführung von Jahresfreibeträgen bezüglich der Sozialversicherung der Arbeitnehmerseite. So wäre es für den Betrieb unattraktiv weiterhin viele Minijobber zu beschäftigen.