Sonntag, 27. Januar 2013

Fleischssteuer

 Derzeit wird in Schweden eine Zusatzsteuer auf Fleisch diskutiert. Man wolle durch einen höheren Preis für Fleisch einen geringen Konsum erreichen und so die Umwelt schützen.

http://www.taz.de/!109794/

Ich sehe die Steuer kritisch. Letztendlich würde sie nur der Aufbesserung des Staatshaushalts dienen und der Umweltschutz würde in den Hintergrund rücken. Die Idee hinter der Steuer ist jedoch gar nicht schlecht.
Wieso verschärft man nicht einfach die Richtlinien für die Tiermast? Also mehr Platz, bessere Nahrung und weniger Medikamente für die Tiere. Als Resultat würden die Preise ebenfalls steigen. Von diesem System hätten jedoch alle etwas:

Die Bauern könnten so bessere Bedingungen einführen und würden trotzdem ihr Fleisch verkauft bekommen.

Die Bürger würden für die hohen Preise auch besseres Fleisch erhalten. Sie leben also sogar etwas gesünder und mit besseren Gewissen. Der Fleischkonsum würde zusätzlich sinken.

Die Umwelt würde ebenfalls davon profitieren. Den Tieren ginge es besser; die Emissionen würden sinken und auch der Flächenverbrauch für die Tiermast würde sinken. So ganz nebenbei kann man dann auf diesen Flächen Lebensmittel für hungernde Teile der Bevölkerung anbauen.

Freitag, 25. Januar 2013

Bin ich auch einer von den Bösen?

Diese Tage komme ich mir als Mann als Täter vor während ich mir eigentlich keiner Schuld bewusst bin.

Als Grundlage dient die Diskussion um Alltags-Sexismus die derzeit durch die Medien und insbesondere Twitter (#Aufschrei) geht.
Es wird viel über zahlreiche Vorfälle berichtet. Einige von denen sind völlig klar... da ekelt es mich schon beim Lesen. Also beliebige Frauen einfach anzufassen oder eindeutige "Einladungen" auszusprechen.  Ich denke über die Verwerflichkeit braucht niemand zu streiten.

Nur kommen auch immer mehr niedrigschwelligere Beispiele in die Diskussion die mich irritieren. Da wird von bloßen Blicken aufs Dekolleté gesprochen. Genauso werden anzügliche Witze sowie zweideutige Bemerkungen in die Diskussion gebracht. Gleiches gilt für das Ansprechen einer Frau oder lediglich ein "Hallo" im Vorbeigehen.

Das sind alles Dinge die fast alle Männer mehr oder weniger häufig von sich geben. Auch ich kann man mich da überhaupt nicht ausnehmen. Gerade lerne ich jedoch, dass das sexuelle Belästigung ist wogegen Frau unbedingt vorgehen solle. Für mich ist das erschütternd, da ich mit meinem Verhalten niemanden verletzen möchte. Nur mache ich das wirklich?

Da stellt sich also die Frage: Muss man das hinnehmen oder ist das bereits "schlimm"?

Bislang sah ich das nicht eng. Von den Frauen in meinem Umfeld bin ich erheblich unbekümmertere Bemerkungen gewöhnt als ich mich jemals trauen würde sie zu äußern. Da wird völlig frei sich darüber ausgetauscht, dass man die ganze Vorlesung hinweg den Blick von der sehr engen Hose des Dozenten nicht habe abwenden können. Die Männer in meinem Umfeld würden niemals offen darüber reden, dass man eigentlich nichts anderes gemacht habe als eine Mitstudentin zu begaffen.
Auch bei den Bemerkungen nehmen sich viele Frauen nichts mit den Männern. Durch zweideutige Anmerkungen habe ich mich allerdings auch nie verletzt gefühlt.
Daher sah ich mein eigenes Verhalten in der Vergangenheit nicht so eng.

In der Öffentlichkeit werden Frauen derzeit als komplett asexuelle Wesen dargestellt die nichts anderes tun als vor übergriffigen Männern zu fliehen.

Ist das wirklich so? Bin auch ich eine Bedrohung?

Montag, 7. Januar 2013

Warum rosa Puppen gar nicht schlimm sind.

Immer wieder ließt man von großen Empörungen weil ein weiteres Unternehmen Kinderspielzeug ganz in rosa oder pink mit viel Glitzer auf den Markt gebracht hat. Das würde die Emanzipation der Frau zurück werfen und sei sexistisch.

Ist es alles nicht. Nur weil man etwas produziert was nachgefragt wird, ist das noch lange nicht böse. Viel wichtiger ist allerdings der absolut fehlende negative Effekt auf die Entwicklung des Kindes. Wenn ein kleines Mädchen gerne mit rosa Puppen spielt sagt das rein gar nichts über die spätere Entwicklung des Kindes voraus. Ein Mann der früher mit Barbies spielte ist heute auch nicht femininer als seine restlichen Geschlechtsgenossen.

Was macht dann also den Unterschied aus? Die gelebte Erziehung. Wichtiger als "politisch korrektes Spielzeug" ist der Umgang der Eltern mit dem Kind. Wenn man einem Mädchen sagt mit Autos spielen sei "unweiblich" und sie solle das nicht tun, wird damit die Entwicklung des Kindes in eine Richtung gedrängt die wir alle nicht wollen. Rollenklischees werden gefestigt und viel schlimmer - dem Kind wird die Entscheidung genommen die Fantasien auszuleben die es hat.
Wenn man dies jedoch umdreht wird es nicht besser. Nimmt man einem Mädchen die rosa Puppe ab und gibt ihr Autos ist das exakt genauso schädlich. Man nimmt dem Kind die Freiheit das zu spielen was es will. Die tausend - völlig geschlechtsneutrale - Rollen in die ein Kind während eines Spiels schlüpfen kann werden so dezimiert.

Es ist aus entwicklungspsychologischer Sicht auch völlig normal, dass Kinder alles ausprobieren. In den ersten Lebensjahren wird völlig vorurteilsfrei alles probiert - es sei denn die Eltern grenzen es aufgrund irgendeiner Ideologie ein. Spätestens ab der Einschulung orientiert man sich an den eigenen Freunden. Also in der Regel gleichen Geschlechts und mit einem mal haben alle die gleichen Interessen. Auch das ist normal, denn Kinder müssen/wollen heraus finden "wohin" sie gehören. Großer Raum für Individualität existiert da nicht. Am schlimmsten ist dann sowieso die Pubertät in den Mädchen probieren wie weit man mit Reizen kommt, während sich Jungen in Machoverhalten üben. Die eigenen Grenzen müssen nunmal auch gefunden werden.

Was können die Eltern tun um ihre Kinder trotzdem zu rücksichtsvollen und fairen Menschen zu erziehen, wenn das Verbot von rosa Puppen kontraproduktiv ist? Ihnen diese Ideale vorleben. Es ist falsch zu Versuchen die Kinder zu dem zu machen wie man die Welt gerne hätte - das ist in vielen Fällen grausame Folter für das Kind. Stattdessen sollte man jeden Tag Dinge vorleben. Man kann keinen vorurteilsfreien Menschen erwarten wenn man sie selbst täglich vorlebt. Und wie soll aus dem die Managerin werden, wenn die Mutter freiwillig Hausfrau ist um den Tag im Cafe zu verbringen und auf das Kind aufzupassen?

Das wichtigste bleibt jedoch immer: Lasst Kinder, Kinder sein.