Montag, 7. Januar 2013

Warum rosa Puppen gar nicht schlimm sind.

Immer wieder ließt man von großen Empörungen weil ein weiteres Unternehmen Kinderspielzeug ganz in rosa oder pink mit viel Glitzer auf den Markt gebracht hat. Das würde die Emanzipation der Frau zurück werfen und sei sexistisch.

Ist es alles nicht. Nur weil man etwas produziert was nachgefragt wird, ist das noch lange nicht böse. Viel wichtiger ist allerdings der absolut fehlende negative Effekt auf die Entwicklung des Kindes. Wenn ein kleines Mädchen gerne mit rosa Puppen spielt sagt das rein gar nichts über die spätere Entwicklung des Kindes voraus. Ein Mann der früher mit Barbies spielte ist heute auch nicht femininer als seine restlichen Geschlechtsgenossen.

Was macht dann also den Unterschied aus? Die gelebte Erziehung. Wichtiger als "politisch korrektes Spielzeug" ist der Umgang der Eltern mit dem Kind. Wenn man einem Mädchen sagt mit Autos spielen sei "unweiblich" und sie solle das nicht tun, wird damit die Entwicklung des Kindes in eine Richtung gedrängt die wir alle nicht wollen. Rollenklischees werden gefestigt und viel schlimmer - dem Kind wird die Entscheidung genommen die Fantasien auszuleben die es hat.
Wenn man dies jedoch umdreht wird es nicht besser. Nimmt man einem Mädchen die rosa Puppe ab und gibt ihr Autos ist das exakt genauso schädlich. Man nimmt dem Kind die Freiheit das zu spielen was es will. Die tausend - völlig geschlechtsneutrale - Rollen in die ein Kind während eines Spiels schlüpfen kann werden so dezimiert.

Es ist aus entwicklungspsychologischer Sicht auch völlig normal, dass Kinder alles ausprobieren. In den ersten Lebensjahren wird völlig vorurteilsfrei alles probiert - es sei denn die Eltern grenzen es aufgrund irgendeiner Ideologie ein. Spätestens ab der Einschulung orientiert man sich an den eigenen Freunden. Also in der Regel gleichen Geschlechts und mit einem mal haben alle die gleichen Interessen. Auch das ist normal, denn Kinder müssen/wollen heraus finden "wohin" sie gehören. Großer Raum für Individualität existiert da nicht. Am schlimmsten ist dann sowieso die Pubertät in den Mädchen probieren wie weit man mit Reizen kommt, während sich Jungen in Machoverhalten üben. Die eigenen Grenzen müssen nunmal auch gefunden werden.

Was können die Eltern tun um ihre Kinder trotzdem zu rücksichtsvollen und fairen Menschen zu erziehen, wenn das Verbot von rosa Puppen kontraproduktiv ist? Ihnen diese Ideale vorleben. Es ist falsch zu Versuchen die Kinder zu dem zu machen wie man die Welt gerne hätte - das ist in vielen Fällen grausame Folter für das Kind. Stattdessen sollte man jeden Tag Dinge vorleben. Man kann keinen vorurteilsfreien Menschen erwarten wenn man sie selbst täglich vorlebt. Und wie soll aus dem die Managerin werden, wenn die Mutter freiwillig Hausfrau ist um den Tag im Cafe zu verbringen und auf das Kind aufzupassen?

Das wichtigste bleibt jedoch immer: Lasst Kinder, Kinder sein.

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