Samstag, 24. Dezember 2011

JA zum Mittelmaß

Ich möchte mich hiermit für das Mittelmaß aussprechen. Das klingt nach Langeweile... Reihenhaus mit Gartenzwergen. Ist es aber nicht.

In den vergangenen Jahren hat sich ein Elitedenken eingeschlichen. Jeder will zu der Spitzengruppe gehören - was natürlich unmöglich ist. Die Konsequenz? Jedes Kind soll aufs Gymnasium. Die Vorstellung einen mittleren oder sogar niedrigen Schulabschluss zu haben ist unerträglich. Autohersteller werben erfolgreich mit den Begriffen "Edel" und "Premium". Väter sprechen bei dem spießigen Familienauto über die hohe Materialanmutung und die großzügige Softlackverwendung. Man zeigt, dass man nicht zur breiten Maße gehören will. Beim Kind wird darauf geachtet einen Job mit guten Karrierechancen anzustreben. Das eigene Kind wird sicherlich mal ganz oben stehen - denn es ist selbstverständlich hochbegabt. An der Uni eifert man der USA nach. Man möchte Elite-Universitäten und startet die Exzellenzinitiative. Da werden einzelne Unis mit einem Geldregen bedacht, damit sie zwischen den anderen Unis hervorstechen.

Bekennt sich ein Einzelhändler wie Schlecker dazu eher die einfachen Leute anzusprechen, ist man empört. Wieso? Muss man die Oberschicht ansprechen? Dürfen die Bedürfnisse der breiten Masse nicht bedient werden?

Brauchen wir das wirklich? Ist es immer eine Spitzengruppe die die Welt voranbringt? Natürlich nicht. Man braucht eine breite Masse an gut gebildeten Menschen und keine Trennung zwischen Versagern und der Elite. Eine große Masse an qualfizierten Menschen kann viel mehr schaffen. Die finanzielle Abhängigkeit vom Elternhaus entfällt. Ganze Forschungs- und Führungsgruppen werden besser. Der Fortschritt kommt aus der Masse und nicht von einzelnen Personen.

Lebt es sich nicht viel leichter wenn man akzeptiert was man ist? Ein ganz normaler Bürger. Es ist normal sich Dinge nicht leisten zu können. Man muss auch nicht alles haben, was die Oberschicht hat. Man kann viel zufriedener Leben wenn man das nutzt was man hat und nicht danach strebt, was man nie haben wird.

Der Durchschnitt ist das Maß der Dinge!



Keine Kommentare: