Dienstag, 31. März 2009

Mehdorn wirft das Handtuch

Unser allseits gelieber Bahnchef Mehdorn ist endlich bereit, das Feld zu räumen.
Gestern dankte ihm Kanzlerin Merkel dafür, dass er die Deutsche Bahn zu einem erfolgreichen Wirtschaftsunternehmen gemacht hat.

Fassen wir mal zusammen, was in seiner Zeit als Bahnchef (1999-2009) mit dem Unternehmen passiert ist:
  • die Fahrpreise sind sukzessive gestiegen
  • zahlreiche Strecken wurden stillgelet
  • notwendige Reparaturen am Netz wurden abgesagt
  • Einführung von MORA C, das das Ende vieler kleiner Güterverkehrsstrecken bedeutete
  • der Bedienzuschlag wäre beinahe eingeführt worden, wenn die Bevölkerung und die Politik nicht eingelenkt hätten
  • mit Minister Tiefensee wurden Absprachen über Bonuszahlungen für Bahnmanager die von der Bahnprivatisierung profitieren sollten, getroffen
  • Einstellung des InterRegio
  • Abkopplung von Großstädten vom Fernverkehrsnetz
  • Achsbrüche bei Neigetechnik-Zügen
  • die Bespitzelung von Bahn-Mitarbeitern und das Abfangen von e-Mails, die von Gewerkschaftern oder der Bahn missliebigen Jornalisten oder Institutionen an Bahnbedienstete geschickt wurden
  • und viele andere "Überraschungen"
Für all das Lobt die Bundeskanzlerin Mehdorn!

Kein Wunder, dass die Bahn schwarze Zahlen schreibt. Doch was geschieht, nachdem Mehdorn von der Bildfläche verschwindet? Er hinterlässt ein kahlschlagsaniertes Unternehmen, das sich erst wieder bewusst werden muss, dass es für die Aufrechterhaltung der Daseinsfürsorge der Mobilität und des Güterverkehrs zuständig ist. Es mag sein, dass Mehdorn Kosten eingespart hat. Aber um welchen Preis bitte? Dass Schienen und Schwellen noch maroder geworden sind und Bahnhofsgebäude in sich zusammenbrechen?
Weshalb hat die Politik nicht schon längst in die Wirtschaftsweise Mehdorns eingegriffen, obwohl sie doch 100%iger Anteilseigner ist und somit als einziger Akteur Mitspracherecht hat?
Das blinde Vertrauen in Mehdorn, der die Bahn schnell privatisiert, hat sich als Fehler herausgestellt.

Samstag, 28. März 2009

Ist Geiz denn so geil?

KIK bietet zusammen mit Bild.de eine "Volksjeans" an. Für Kinder 3€ (Herren 6€; Damen 8€).

KIK Textildiscount

Da stellt sich die Frage "Muss das sein?". KIK wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Kinder-Jeans im Einkauf nicht mehr als 1,50€ kosten. Die Fracht dürfte nochmal mit 1€ zu buche schlagen. Da sieht man was für Material und Arbeit übrig bleibt. In den Medien kam vor Kurzem, dass viele Verkäufer bei Textildiscountern und die Arbeiter in der Textilindustrie durch die vielen Giftstoffe im Material krank werden.
Dennoch freut man sich jetzt als Mann eine Hose für nur 6€ kaufen zu können. Wer dafür leiden musste ist wem dann egal. Ich halte einen solchen Handel für schlichtweg Menschenverachtend. Mit großer Wahrscheinlichkeit lässt die Haltbarkeit der Hose zu wünschen übrig. Da fragt man sich ob ich jetzt eine gute Hose für 30€ oder 5 billig Hosen für je 6€ erwerbe.
Leider ist das nicht nur ein Trend in der Textilindustrie. Überall kaufen die Leute nur noch das billigste ohne daran zu denken, dass die Qualität meist auch dem Preis entspricht.
Schade, dass Geiz für viele so geil ist.

Mittwoch, 18. März 2009

Hat jetzt die ganze Welt einen Schaden?

Sicher, der Amoklauf in Winnenden war schlimm. Aber muss man nun so einen riesigen Aufruhr deswegen veranstalten? Statistiken beweisen, dass die Zahl von Nachahmern (in anderen Bereichen) bei Bericht in den Medien sich stark erhöht. Niemand kann eine Nachrichtensperre zu Amokläufen fordern. Aber ist es notwendig sich in das Thema immer weiter hinein zu steigern? Muss jetzt jeder Mensch im Fernsehen seine Ansichten verkünden? Bei einer solchen Verbreitung erkennen viele die Option zu einem groß inszeniertem Abgang?

Die Folgen werden schon sichtbar. Gestern schoss ein 19Jähriger in unserer Stadt mit einer Schreckschusspistole um sich. Berichten zufolge nach einem Streit mit seiner Ex-Freundin.