Samstag, 8. November 2008

Der Krimi ist vorbei

Die Regierungspläne der Frau Y. sind gescheitert. Neben Dagmar Metzger versagten 24 Stunden vor der geplanten Wahl der Ministerpräsidentin im Landtag weitere 3 Mitglieder der SPD-Fraktion ihrer Vorsitzenden und Spitzenkandidaten ihre Stimme. Um sie beim Namen zu nennen: Es sind Silke Tesch, Jürgen Walter und Carmen Everts. 24 Stunden vor der Wahl!!
Sie begründeten ihren Entschluss mit den üblichen Argumenten, wie: "Ich gehe mit Rückgrat in die Wahlkabine und komme ohne wieder heraus." oder "Dieser Entscheidung ging ein langer Gewissenskonflikt heraus." Gewissenskonflikte? Weshalb? Dass sich Y von der Linken mitwählen lassen wollte? Sollten die 3 Neu-Abweichler nicht lieber ein schlechtes Gewissen haben, da sie Y in den Rücken gefallen sind? Da sie Roland Koch doch nicht ablösen wollten? Weshalb sollte man überhaupt noch in Hessen SPD wählen, wenn die noch nicht einmal geschlossen hinter ihrer Spitzenkandidatin stehen, sondern lieber den Weg für eine weitere Amtszeit von Konservativen bereiten? Zeit und Möglichkeiten hatten die 3 Abweichler genug, ihre Bedenken zu äußern. 95% stimmten für den Weg mit der Duldung durch die Linke, bei Probeabstimmungen zeigte sich nur Frau Metzger als Abweichlerin, Jürgen Walter hat sogar den Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen mit ausgehandelt. Er und Carmen Everts haben Y doch immer ermutigt, den Politikwechsel zu vollziehen. Jetzt haben die eigenen Genossen sie verraten und im Stich gelassen. Roland Koch und FDP lachen sich ins Fäustschen.
Interessant ist weiterhin die Frage nach dem Spitzenkandidaten der SPD. Die Abweichler fallen aus, Frau Y hat sich durch den Wortbruch unbeliebt gemacht. Jetzt hat sich Thorsten Schäfer-Gümbel als neuer Kandidat aufstellen lassen. Ob er die zerrissene SPD einen kann?

Kommentare:

Mr. Anderson hat gesagt…

Wieso ist der "Krimi" vorbei? Eigentlich wird es erst jetzt vrobei. Man geht inzwischen davon aus, dass es aufgrund von Bestechung durch Energiekonzerne geschehen ist.
Da zeigt sich mal wieder, welche Macht die Energieriesen haben. Und man fragt sich, wer denn nun mehr Macht hat: Die Wirtshcaft oder der Staat?

Bergdoktor hat gesagt…

Das ist genau der Punkt. Sobald die Wirtschaft Macht über die Politik gewinnt, wird Demokratie untergraben. Letztendlich hat der Wähler keine Macht darüber, es sei denn, er mischt sich aktiv in das politische Leben ein und versucht das zu retten, was noch zu retten ist.

Mr. Anderson hat gesagt…

Richtig. Der Wähler hat nachwievor die Möglichkeit mitzubestimmen. Das geht bloß nicht wenn man nur zuhause sitzt und sich über die schlimme Regierung aufregt.