Freitag, 4. Januar 2008

Wer gehört zur Elite? Teil 2

Der Wahlkampf in Hessen flammt auf. Am 27.1. ist es soweit - die Landtagswahlen stehen vor der Tür. Ein beliebtes Thema ist nach wie vor die gute, alte Bildungspolitik. Während die CDU und die FDP am verstaubten 3-gliedrigen Schulsystem festhalten, suchen SPD, Linke, freie Wähler und Grüne eine Alternative. Eine Gemeinschaftsschule, ähnlich der in Skandinavien. Hauptschüler würden weniger der Stigmatisierung ausgesetzt werden und hätten bessere Chancen, aufzusteigen und einen besseren Schulabschluss zu schaffen. Die Spaltung in diese 3 "Stände" würde abgeschafft werden. Denn die Hauptschule ist längst zur "Ghetto-Schule" geworden, eine Schule der sozial Schwachen und Ausländer, an der aus Frustrationsgründen Gewalt und Kriminalität oft an der Tagesordnung stehen. Die Gemeinschaftsschule würde diese gefährliche Struktur zerbrechen und zur Vermischung der sozialen Schichten beitragen. Nicht, dass Kriminalität dann an jede Schule komme, nein! Gerade deshalb, dass Lern- und sozial Schwache durch die Hauptschule aus der Gesellschaft und Arbeitswelt so gut wie ausgeschlossen werden, verursacht Perspektivlosigkeit und Frust. Gewalt und Kriminalität sind die Folgen. Gesellschaftliche Schranken auflösen und voneinander lernen ist hier das Motto. Außerdem sichern Gemeinschaftsschulen den Unterricht an kleineren Dorfschulen (zur Zeit oft Hauptschulen), die von der Schließung bedroht sind, da sie in Zukunft aufgrund der Vertretung aller Schulzweige mehr Schüler haben werden. Dadurch würde auch der Schulweg extrem verkürzt und Schüler nicht aus ihrem Freundeskreis und ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden.

Kommentare:

Mr. Anderson hat gesagt…

ich halte die Gesamtschule für keine Lösung. Gute Schüler bleiben vollkommen unterforder, während minder Begabte den Stoff nicht schaffen.

Ich bin für eine Reform des Schullsystems. Die bezieht sich allerdings fast nur auf die Hauptschule. Viele Schüler verstehen den dortigen Stoff nicht. Warum? Sie sind nicht dumm, sondern anders begabt. Viele Hauptschüler haben eine hohe Handwerkliche Begabung. Momentan wird sie gar nicht gefordert.
Man sollte den "normalen" Unterricht reduzieren und mehr Praktischen Unterricht anbieten.
Auf einer Gesmatschule wäre das nicht möglich.

Bergdoktor hat gesagt…

Dass Schüler auf der Gemeinschaftsschule unter- bzw. überfordert werden, stimmt doch gar nicht. Jeder wird in seinen Fähigkeiten gefordert (auch in handwerklichen F.) Es wird Förderunterricht für Fächer geben, in denem man schwächer ist. Mir ist besonders wichtig, dass die Schwächeren gefördert werden, wobei man auch die Forderung von Stärken nicht aus den Augen verlieren sollte. So kommt jeder auf seine Kosten. Und der Beweis dafür, dass es sehr gut klappt, zeigen uns die Ergebnisse der Pisa-Studie aus Skandinavien.
Was man nie vergessen darf: In Deutschland wird ab der 4. Klasse eine kaltblütige Selektierung begonnen, die die Schüler in soziale Stände einteilt. Diese Elitisierung verhindert die Chancengleichheit!

Mr. Anderson hat gesagt…

Lass das mit Skandinavien mal. das versuche wem die Kultusminister einzureden. Die Länder schaffen es durch eine enorm hohe Anzahl von Lehrern. Wenn auf 9 Schüler ein lehrer kommt, lässt es sich viel besser lernen.

Auch sonst. Schlechtere Erhalten Nachhilfe? Na toll. Da kann man doch gleich angepassten Unterricht machen für die verschiedenen Gruppen.

Man kann aber nicht noch mehr Fächer anbieten.

Zur Chancengleichheit:Eigentlich hat jeder die gleichen Chancen. Es ist nunmal Tatsache, dass die Kinder von Handwerklich Begabten auch handwerklich begabt sind. Das wird bis jetzt bloß noch nicht von den Kultusministern erkannt.

Bergdoktor hat gesagt…

Nö, das mit Skandinavien ist Tatsache. Warum soll das in Deutschland nicht so funktionieren?

Wieso angepasster Unterricht für die unterschiedlichen Gruppen? Das ist doch keine Chancengleichheit! Dann wäre doch alles so wie jetzt. Man muss den Mittelweg nehmen, sodass die meisten gut voran kommen. Zusätzlich gibt es Sonderkurse, sodass die Schwächeren den Anschluss wieder bekommen.