Montag, 17. Dezember 2007

Studiengebühren - sozial gerechtfertigt????

Manchmal frage ich mich, ob nicht jeder einen winzigen Schimmer soziales Bewusstsein in sich trägt. Aber wie sieht es denn im Herzen eines CDU- oder FDP-Abgeordneten aus, der Mitschuld an den Studiengebühren in Hessen hat? Da haben wir z. B. den Herrn Christean Wagner, Abgeordneter der CDU für MR-BID in Wiesbaden. Er behauptete doch in einem Interview mit der HNA Anfang Juni, dass um Unterschriften gegen die Studiengebühr nur so gerungen wurde. Aber ist das wirklich wahr? Sind seiner Meinung nach alle Menschen so kaltherzig wie er? Und wie kann er sich die bis zum 1.6.2007 62500 erreichten Stimmen erklären, obwohl für eine Volksklage lediglich 43308 erforderlich sind? Außerdem war die Unterschriftenabgabe mit großem Aufwand verbunden (Beglaubigung durch die Stadt) oder man hat überhaupt nichts davon mitbekommen. Und wieso wurden Unterschriften nicht auch an Schulen eingesammelt. Auf die Schüler kommt das doch alles zu. Sie haben die Gebühren zu befürchten.

Jeder Mensch muss eigentlich wissen, was Studiengebühren insbesondere für sozial schwächere oder auch sehr oft für solche mit mittlerem Einkommen bedeuten. Klar, statistisch gesehen, treten Kinder aus sozialschwachen Familien seltener einen höheren Bildungsweg (Beispielsweise das Gymnasium) an als soizal Bessergestellte und somit sei die Erhebung der Studiengebühren für sie nicht relevant. Aber ist das wirklich die Welt, in der wir leben wollen? Soll denen, sie ohnehin wenig Geld zur Verfügung haben, die Chance genommen werden, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen? Es ist ja bekannt, dass derjenige mit der schlechteren Bildung die schlechteren Aussichten auf einen Job hat. Also wie kann denn ein soizal Benachteiligter aus der "Unterschicht" aufsteigen, wenn ihm keine Möglichkeiten geboten werden? Ein mancher Befürworter der Gebühr sollte sich doch einmal in die Lage eines Schülers oder Studenten versetzen!

Ich bin mir sicher, dass besonders die Herren Abgeordneten der CDU und FDP behaupten, dass die Studiengebühr gar nicht sozial ungerecht seinen. Bedürftige könnten ja Kredite aufnehmen.
Schöne Idee. Kaum ist man im Berufsleben, schon schleppt man einen riesigen Sack Schulden hinter sich her. Und außerdem ist die Erhebung der Studiengebühren verfassungswidrig. So steht es im Artikel 59 unserer Hessischen Verfassung. Und nicht vergessen: Bildung ist Ländersache.

Die CDU möchte damit glänzen, indem sie sagt, das erwirtschaftete Geld durch die Studiengebühr in die Hochschulen investieren zu wollen. Das wird sie höchstwahrscheinlich auch tun; nur: Auf der anderen Seite werden dann die üblichen Ausgaben für den Bereich Bildung dramatisch gekürzt. Moral der Geschicht: Am Ende ist genau soviel in der Kasse wie vorher. Und die Hochschulen stehen nicht besser da. Und der Mensch erst recht nicht.

Wer meint, die CDU vertrete noch christliche Werte oder will mich im Kampf gegen Bildung=Ware unterstützen, der fühle sich angesprochen und schreibe bitte einen Kommentar zu diesem Text! Danke!

1 Kommentar:

Mr. Anderson hat gesagt…

Stimme dir voll und ganz zu.

Is nunmal eine Sauerei Geld für Bildung zu verlangen.