Sonntag, 23. Dezember 2007

Sozialismus vs. Kirche

"Sozialismus und Kirche stehen sich gegenüber wie Feuer und Wasser!" Oft hörte man diesen Satz in der Zeit des Kalten Krieges. Sozialismus der totale Gegensatz zu Kirche und Religion also? Wieso eigentlich? Weil Marx gesagt hat, dass Religion Opium für das Volk sei? Dass er es gesagt hat, ist korrekt. Nur WESHALB er das sagte, darüber scheint sich kaum einer den Kopf zu zerbrechen. Im Manifest der Kommunistischen Partei werde ich fünding. Die Religion senke die Revolutionslust des Proletariats, da es auf bessere Umstände für sich erst nach seinem Ableben hoffe und nicht schon während seiner Lebzeiten für gerechtere Verhältnisse kämpfe. So oder so in etwa muss Marx´ Auffassung gewesen sein. Er wollte das Paradies auf Erden. Wenn ich dieses Problem aus religiöser Sicht betrachte, komme ich auf dieses Ergebnis: Die Menschen sollen auf Erden wohltätige, soizale Taten vollbringen um sich ein Platz im Paradies zu sichern. Aha! Anscheinend wurde hier Marx doch von der Kirche widerlegt, oder? Ob es jetzt wirklich ein Paradies gibt oder nicht, spielt keine Rolle. Fakt ist, dass die Menschen auch durch die Kirche ermuntert werden, solidarisch zu handeln. Und das muss doch wohl auch im Sinne Marx´ sein!
Es gibt eine Reihe von Menschen, die sozial und damit auch im Sinne des Sozialismus und Kommunismus handelten und heute von der Kirche hoch gelobt werden. Hier nur die Bekanntesten: Der hl. St. Martin (kennt jedes kleine Kind) gibt dem Bettler die Hälfte seines Mantels. Die Heilige Elisabeth nimmt sogar einen Armen mit in ihr Bett und der Nikolaus wirft Verarmten Goldklumpen durchs Fenster. Nicht zu vergessen ist Jesus.
Sind nicht alle diese Menschen Sozialisten oder habe ich den Grundgedanken von Kirche oder Sozialismus nicht richtig verstanden? Menschenrechtler, -rechtsorganisationen und Globalisierungskritiker werden oft als links bezeichnet. Verschwimmen hier nicht die Grenzen von linker, sozialorientierter Politik? Sind nicht alle Menschen, die sich für die Kirche einsetzen und sich mit den Zielen der Kirche identifizieren, Sozialisten?

Kommentare:

Antika hat gesagt…

»Sozialisten können Christen, Christen müssen Sozialisten sein.«

Helmut Gollwitzer, Theologe

Antika hat gesagt…

Marx bezeichnete die Kirche als "Opium fürs Volk" und damit hatte er recht. Die Kirche ist des Öfteren Staatstragende als sie will. Zu Zeiten Marx' noch mehr als heute.
Auch vertröstet sie die Gläubigen auf das Leben nach dem Tod, denn dann kommt jeder in das Paradies, eine Revolution auf Erden ist nicht von Nöten und sogar nicht angebracht...
Und jetzt muss ich essen :D
werd das weiter ausführen!

Bergdoktor hat gesagt…

Das habe ich doch auch schon geschrieben! Ich bin der Meinung, dass die Kirche die Revolutionlust der Bevölkerung nicht einschränkt. Auch sie sagt, wir sollen für Gerechtigkeit und Solidarität eintreten. Ob man danach ins Paradies kommt, interessiert nicht.
Die Kirche macht den Einsatz für eine gerechte Welt zur Bedingung um ins Paradies zu gelangen. Deshalb müssen auch die Gläubigen für bessere Verhältnisse kämpfen, da ansonsten nicht das Paradies auf sie wartet und so schläft ihr Revolutionswille nicht ein. Es ist egal, ob sie für Solidarität und Gerechtigkeit kämpfen um ins Paradies zu kommen oder ob die darum kämpfen, damit auf Erden gerechte Verhältnisse herrschen. Das Ziel wird so und so erreicht.

Antika hat gesagt…

quatsch... mehr sag ich dazu nicht!

Bergdoktor hat gesagt…

Weshalb? Ist meine Erklärung nicht plausibel genug? Ich finds nachvollziehbar! Also, wo liegt dein Problem?

Michail Sergejewitsch Gorbatschow hat gesagt…

Ich finde die Argumente von "antika" unbegründet, da er eigentlich nur das wiederholt, was "bergdoktor" schon gesagt und widerlegt hat und redet dauernd "um den heißen Brei" herum.